Nachfrage nach Gewerbeflächen durch Großinvestitionen anhaltend hoch

Die Zukunft des Verarbeitenden Gewerbes am Hochlohnstandort Deutschland ist ohne Zweifel abhängig von Innovationen und Investitionen im Bereich der Hoch- und Spitzentechnologie. Diese Entwicklung bringt auch zunehmend stadtverträgliche und ressourcenschonende Produktionsmethoden mit sich.

Dass dennoch die Nachfrage nach Gewerbeflächen hoch bleibt, zeigt eine Auswertung der Investitionsdatenbank von regioconsult für die Jahre 2005 bis 2010.

Die Datenbank umfasst Informationen über größere gewerblich geprägte Ansiedlungsvorhaben in den deutschen Bundesländern - und zwar sowohl Neuansiedlungen (einschließlich Verlagerungen zwischen den Regionen), wie auch Erweiterungen und intraregionale Verlagerungen. Ausgewertet werden Angaben über Branchenzugehörigkeit, beanspruchte Fläche, neu geschaffene Arbeitsplätze und Investitionsvolumina der Projekte.

Für den Betrachtungszeitraum sind mehr als 500 Ansiedlungsvorhaben erfasst, davon knapp drei Viertel durch Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe, weitere 22% sind der Logistikbranche zuzurechnen. Für ca. 60% der Investitionsvorhaben liegen Werte über die beanspruchte Grundstücksfläche vor, sodass sich ein grober Überblick über den spezifischen Flächenbedarf von Industrie- und Gewerbeansiedlungen gewinnen lässt.

Die Mehrheit der Vorhaben (75%) wurde auf einer Fläche von bis zu 5 ha realisiert, wobei auf diese Gruppe jedoch ein vergleichsweise geringer Anteil an der absorbierten Gesamtfläche entfällt. Knapp ein Viertel der Projekte benötigten Flächen zwischen 5 und 30 ha. Immerhin 3% der Ansiedlungen, das waren insgesamt 8 Projekte, beanspruchten mehr als 30 ha. Drei Viertel aller Vorhaben mit einer Größe von mehr als 5 ha sind Neuansiedlungen. Erweiterungen und intraregionale Verlagerungen nahmen jeweils nur 16% bzw. 9% der Flächen in dieser Größenordnung in Anspruch.

Der Datenbestand weist nach einer Bereinigung auf der Basis von Plausibilitätskriterien einen durchschnittlichen Flächenbedarf von 320 m² je Beschäftigtem aus. Dies entspricht einem Besatz von 31 Beschäftigten je Hektar.

Mit Blick auf die Einheitlichkeit der Informationsquellen wurde primär auf die Angaben von Wirtschaftsförderungsgesellschaften und Wirtschaftsministerien der Länder zurückgegriffen. Diese Angaben wurden durch eigene Recherchen verifiziert und ergänzt. Eine Schwankungsbreite hinsichtlich Vollständigkeit und Qualität der Informationen aufgrund von unterschiedlicher Informationspolitik der einzelnen Institutionen ist dennoch feststellbar und bei der Interpretation der Ergebnisse zu berücksichtigen.